Bad von Grund auf: 8 Schritte, die man nicht auslassen darf
Ein Bad ist der teuerste Ort für Fehler. Eine schiefe Wand im Wohnzimmer lässt sich neu streichen; ein Leck unter den Fliesen bedeutet, den Boden aufzureißen. So sieht eine fachgerechte Badrenovierung aus – Schritt für Schritt.
1. Planung und Verlegeplan
Vor dem Rückbau legen wir fest, wo Dusche, WC, Waschbecken, Ablauf, Steckdosen und Leuchten hinkommen. Der Verlegeplan für die Fliesen wird vorab gezeichnet: So liegen die Fugen symmetrisch, und schmale Zuschnitte landen dort, wo sie niemand sieht.
2. Rückbau bis auf den Rohbau
Alte Fliesen, Estrich und Leitungen kommen vollständig heraus. Erst dann sieht man den Zustand des Untergrunds und alte Wasserschäden.
3. Leitungen – und eine Druckprüfung
Wasser- und Abwasserleitungen werden nach Plan verlegt. Bevor die Wände geschlossen werden, steht das System unter Druck: Eine schwache Verbindung zeigt sich jetzt – und nicht erst ein Jahr später in der Wohnung darunter.
4. Elektrik und Lüftung
Steckdosen und Leuchten im Bad müssen gegen Feuchtigkeit geschützt sein und einen sicheren Abstand zum Wasser haben. Der Lüfter muss tatsächlich funktionieren – sonst kommt der Schimmel.
5. Estrich mit Gefälle
Der Boden einer bodengleichen Dusche bekommt ein Gefälle zum Ablauf. Ein paar Millimeter daneben – und das Wasser steht an der Tür.
6. Abdichtung – und eine Flutprobe
Der Boden und die nassen Wandbereiche werden abgedichtet, dann wird der Boden geflutet und einen Tag lang stehen gelassen. Kein Leck – es kann gefliest werden. Genau dieser Schritt wird am häufigsten ausgelassen, und er ist der Hauptgrund, warum Bäder neu gemacht werden müssen.
7. Fliesen nach Verlegeplan
Verlegt wird mit dem Laser, genau nach dem gezeichneten Plan. Fugenmasse und Dichtstoff werden sauber eingebracht: In Nassbereichen müssen auch die Fugen das Wasser draußen halten.
8. Sanitär und Endkontrolle
Sanitärobjekte, Waschtischmöbel und Spiegel werden montiert, die Anschlüsse abgedichtet. Jede Armatur, jeder Abfluss und jeder Ablauf wird geprüft.
Wo gespart wird – und was dann passiert
- Keine Flutprobe – das Leck zeigt sich beim Nachbarn unten.
- Kein Verlegeplan – eine angeschnittene Fliese mitten an der Wand und schiefe Fugen.
- Kein Gefälle – das Wasser steht an der Tür.
- Keine Druckprüfung – ein Leck in der Wand.
Wir gehen bei jedem Projekt alle acht Schritte durch und fotografieren alles, bevor es hinter den Fliesen verschwindet.